Welchen Führerschein brauche ich?

In Deutschland kann man viele Bootsführerscheine machen. Erfahren Sie hier, welche amtlichen Führerscheine es gibt und wofür sie benötigt werden.

Übersicht über die Führerscheine

Qualifikation

Amtlicher Schein

Fahrtbereich

3-sm-Zone
Alle Meere weltweit
12-sm-Zone
Alle Meere weltweit
Europa
Alle Meere weltweit
Weltweit
Alle Meere weltweit
Binnen
Flüsse, Kanäle, Seen
Bodensee
Bodensee

Qualifikation ist im seemannschaftlichen und versicherungsrechtlichen Sinne zu verstehen. Wer etwa als Inhaber eines Sportbootführerscheins See außerhalb der 3-sm-Zone einen Schaden verursacht, muss damit rechnen, dass die Versicherung mit dem Hinweis auf die fehlende Qualifikation den Schaden nicht erstattet.

Fahrtbereich ist verkehrsrechtlich zu verstehen. Egal wo auf einem Meer eine Polizeikontrolle erfolgt, der Sportbootführerschein See reicht als Fahrtberechtigung aus. Gleichwohl wäre es grob fahrlässig, damit ohne weitere Kenntnisse und größere praktische Erfahrung ein Seegebiet jenseits der 3-sm-Zone zu befahren.

Funkzeugnispflicht Sobald ein Boot mit einem Funkgerät ausgerüstet ist, muss der Skipper auch ein Funkzeugnis besitzen, das ihn berechtigt, alle an Bord befindlichen Funkgeräte zu bedienen. Hier können Sie sich informieren, welche Funkzeugnisse es gibt und welches Funkzeugnis Sie dann erwerben sollten.

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Der Sportbootführerschein

Der Sportbootführerschein ist die amtliche Fahrerlaubnis zum Führen von Sportbooten. Er kann für zwei Geltungsbereiche erteilt werden: als Sportbootführerschein See für Seeschifffahrtsstraßen (Küsten und Meere) und als Sportbootführerschein Binnen für Binnenschifffahrtsstraßen (Flüsse, Kanäle, Binnenseen). Der Sportbootführerschein wird von der Bundesdruckerei im Scheckkartenformat ausgestellt und trägt auf seiner Rückseite das Internationale Zertifikat der Vereinten Nationen; das heißt, er ist weltweit gültig – und auch lebenslang. Motorisierte Boote mit bis zu 15 PS Motorleistung dürfen in Deutschland führerscheinfrei geführt werden (auf dem Rhein nur bis zu 5 PS). In anderen Ländern gilt dies nicht.

Der Sportbootführerschein See gilt für alle Küsten und Meere. Rein theoretisch dürften Sie mit dem Sportbootführerschein See um die ganze Welt fahren. Der Sportbootführerschein See gilt für Sportboote jeglicher Maschinenleistung und Länge. Es gibt also weder eine Begrenzung in der Bootslänge noch in der Maschinenleistung. Nur für gewerbliche Nutzung eines Sportbootes (bezahlte Angel-, Vergnügungs- oder Ausbildungsfahrten) reicht der Sportbootführerschein See nicht aus. Dafür ist zumindest der SKS-Schein vorgeschrieben. Segeln gehört nicht zum Prüfungsstoff für den Sportbootführerschein See. Trotzdem dürfen mit dem Sportbootführerschein See auch Segelboote geführt werden. Das ist beim Sportbootführerschein Binnen anders.

Den Sportbootführerschein Binnen gibt es für die Antriebsart Maschine (für Motorboote) und/oder für die Antriebsart Segel (für Segelboote). Um einmal über das Steinhuder Meer zu segeln, braucht man den Sportbootführerschein Binnen für die Antriebsart Segel. Aber mit demselben Boot von Cuxhaven nach Helgoland zu segeln, – was lebensgefährlich werden kann – das ist ohne führerscheinfrei erlaubt.

Wer den Sportbootführerschein See besitzt, muss in der Prüfung zum Sportbootführerschein Binnen nur noch einen verkürzten Fragebogen bearbeiten. Die praktische Motorboot-Prüfung wird erlassen. Inhabern des SKS-Scheins (Führerschein für Segelyachten) wird zudem noch die theoretische und die praktische Segelprüfung erlassen. Wer auch an der Küste segeln will, braucht den Sportbootführerschein Binnen für die Antriebsart Segel nicht zu machen.

Anders als der Sportbootführerschein See ist der Sportbootführerschein Binnen begrenzt auf Boote unter 20 m Länge, auf dem Rhein sogar auf Boote unter 15 m Länge. Und anders als der Sportbootführerschein See berechtigt der Sportbootführerschein Binnen auch zur gewerblichen Nutzung von Sportbooten auf Binnengewässern.

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Der SKS-Schein

Der Sportküstenschiffer-Schein (SKS-Schein) hat zwei Funktionen. Zum einen ist er für gewerbliche Tätigkeit in der 12-sm-Zone vorgeschrieben. Zum anderen ist er ein freiwilliger Führerschein für Segelyachten. Mit dem Sportbootführerschein See darf man – verrückterweise – eine Segelyacht führen, aber man kann es gar nicht. Bei einer Polizeikontrolle auf einer Segelyacht reicht der Sportbootführerschein See aus.

Aber eine Segelyacht chartern kann man ohne SKS-Schein kaum. Denn der Vercharterer muss sich überzeugen, dass sein Kunde die Segelyacht auch führen kann. Dazu lässt er sich den SKS-Schein vorlegen.

Auch Versicherungen verlangen den SKS-Schein, bevor sie einen größeren Schaden auf einer Segelyacht erstatten. Sie berufen sich auf die Sachkunde, die der Skipper haben muss. Mit einem Sportbootführerschein kann keine Sachkunde für Segelyachten nachgewiesen werden.

Der SKS-Schein kann nur von Inhabern des Sportbootführerscheins See erworben werden. Zuerst muss man also den Sportbootführerschein See machen, erst danach geht es an den SKS-Schein. Auf dem Papier kann der SKS-Schein in zwei Varianten erworben werden: a) nur für die Antriebsart Maschine und b) für beide Antriebsarten Maschine und Segel. Die erste Antriebsart scheitert jedoch an fehlenden Ausbildungsmöglichkeiten. Mangels Nachfrage wird keine praktische SKS-Ausbildung auf einer Motoryacht angeboten. Motoryachten sind viel teurer als gleich große Segelyachten. Dazu kommt der Kraftstoff, sodass die praktische SKS-Ausbildung auf einer Motoryacht etwa doppelt so teuer wäre wie auf einer Segelyacht. Wer den SKS-Schein nur für die Antriebsart Maschine machen möchte, müsste die praktische Ausbildung auf einer Segelyacht absolvieren. Dabei lernt man auch Segeln und legt am Ende die praktische Prüfung für beide Antriebsarten ab.

In der theoretischen SKS-Ausbildung werden die Kenntnisse in den Fächern Navigation, Schifffahrtsrecht, Seemannschaft und Wetterkunde vertieft. Dabei wird man auch in das Seesegeln eingeführt. Die SKS-Theorieausbildung ist wesentlich anspruchsvoller als die für den Sportbootführerschein See. Das kann man nicht per Online-Kurs machen. Am besten besucht man dazu einen SKS-Kurs in unserer Yachtschule.

Die praktische SKS-Ausbildung erfolgt während eines ein- oder zweiwöchigen Segeltörns, bei dem man auf der Yacht wohnt. Solche SKS-Törns werden auf nahezu allen europäischen Gewässern angeboten, sogar vor den Kanarischen Inseln. Dabei legt man auch die 300 Seemeilen zurück, die zur praktischen Prüfung nachgewiesen werden müssen. Am letzten Tag des Segeltörns kommen zwei SKS-Prüfer an Bord und nehmen die praktische SKS-Prüfung ab.

Nicht vorgeschrieben aber sinnvoll ist, die theoretische Ausbildung vor der praktischen zu machen. Mit den Kenntnissen aus dem SKS-Theoriekurs profitiert man von der praktische Ausbildung noch mehr. Die Reihenfolge der Teilprüfungen Theorie und Praxis ist freigestellt. Wichtig ist aber, dass alle Prüfungen binnen 24 Monaten abgelegt sein müssen.

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Der SSS-Schein

Mit dem Sportseeschiffer-Schein (SSS-Schein) erwirbt man die Qualifikation zum Führen von Yachten auf europaweiter Fahrt. Wie der SKS-Schein berechtigt er auch zur gewerblichen Nutzung von Booten und Yachten – und zwar in allen europäischen Seegewässern. In Theorie und Praxis betritt man mit dem SSS-Schein eine völlig neue Ebene im Yachtsport. Zur SSS-Prüfung darf antreten, wer den SKS-Schein besitzt oder wer mindestens 500 sm auf Segelyachten in verantwortungsvoller Funktion an Bord nachweisen kann. Den SKS-Schein überspringen können also nur Segler mit mehrwöchiger Erfahrung im Yachtsegeln.

Die SSS-Theorieausbildung ist deutlich anspruchsvoller als die für SKS-Ausbildung. Im Fach Navigation werden der Gebrauch der britischen Admirality Tides Tables, die Bedienung von Radargeräten und elektronische Navigation behandelt. Ausrüstung und Stabilität von Yachten dominieren das Fach Seemannschaft. Umfassende Kenntnisse im Schifffahrtsrecht und in der Wetterkunde gehören ebenfalls zum SSS-Schein.

Während man in der praktischen SKS-Prüfung zeigen muss, dass man eine Segelyacht beherrscht, also alle Manöver sicher fahren kann, muss in der praktischen SSS-Prüfung darüber hinaus nachgewiesen werden, dass der Prüfling eine Crew organisieren und führen kann. Zum Prüfungsstoff zählt auch das Steuern einer Yacht allein nach dem Radarbild.

Ausgestellt wird der SSS-Schein erst, wenn die vier Theorieprüfungen und die praktische Prüfung bestanden und wenn mindestens 1000 sm in verantwortungsvoller Funktion an Bord (mindestens Wachführer oder Stellvertreter) nachgewiesen worden sind. Inhaber eines SKS-Schein müssen nur 700 sm nach dem SKS-Schein nachweisen. Wichtig: Die Theorieprüfungen und die Praxisprüfung müssen binnen 36 Monaten abgelegt sein, die vier Theorieprüfungen binnen 24 Monaten.

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Der SHS-Schein

Der Sporthochseeschiffer-Schein (SHS-Schein) ist das Patent für weltweite Fahrt und weltweite gewerbliche Nutzung einer Yacht. Der SHS-Schein ist die Krönung im Yachtsport. Über den SSS-Stoff hinausgehend müssen dafür detaillierte Kenntnisse der Astronomie, der astronomischen Schiffsortbestimmung, der astronomischen Kompasskontrolle, der Besteckrechnung und der Großkreisnavigation erworben werden. Hinzu kommen sämtliche Radarplotverfahren sowie umfangreiche Kenntnisse über tropische Wirbelstürme und Meereskunde. Die SHS-Ausbildung läuft in unserer Yachtschule über zwei verlängerte Wochenenden.

Zur Prüfung für den SHS-Schein wird nur zugelassen, wer den SSS-Schein besitzt und nach dem Ausstellen des SSS-Scheins mindestens 500 Seemeilen als Schiffs- oder Wachführer auf Yachten im Seebereich nachweisen kann. Beim SHS-Schein gibt es vier theoretische Prüfungen, aber keine praktische Prüfung auf einer Yacht. Die vier Prüfungsfächer sind Navigation mit einer praktischen Sonderprüfung am Sextanten, Schifffahrtsrecht, Wetterkunde und Handhabung von Yachten. Der SHS-Schein wird ausgestellt, wenn alle vier Prüfungsfächer binnen 24 Monaten bestanden wurden und – nach dem SSS-Schein – ein Nachweis über mindestens 1000 Seemeilen als Schiffs- oder Wachführer auf Yachten im Seebereich erbracht wurde.

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Haben Sie noch Fragen?

Antworten gibt es im Hilfe-Center und von Rolf Dreyer: 0160 / 840 4538.

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